Mit neun Jahren im Herren-Team (Bericht im Bayernsport der PNP vom 22.02.2020).

Ruhmannsfeldener Jonas Rinderer zählt zu den größten bayerischen Tischtennis-Talenten.

Ruhmannsfelden. Was haben sich Reinhold Giltner und Maximilian Zeidler an diesem Montagabend wohl gedacht? Die beiden erfahrenen Tischtennis-Cracks des SV Gotteszell treten gerade im Derby bei Ruhmannsfeldens dritter Herren-Mannschaft an. Am anderen Ende der Platte: Ein Doppelpaar, das es in dieser Konstellation wohl noch nie gegeben hat. Hans Rinderer (60) tritt für den TV Ruhmannsfelden III an. An dessen Seite steht Sohn Jonas. Kurios: Jonas ist erst neun Jahre alt und geht in die vierte Klasse.
"Er hat mir erzählt, dass er am ganzen Körper gezittert hat", schildert Vater Hans den Gemütszustand seines Sohnes bei dessen Debüt für die Ruhmannsfeldener Herren. Weil die "Dritte" im Vorfeld mit Personalproblemen zu kämpfen hat, kommt schnell die Idee auf, den herausragend aufspielenden Jugendspieler zu fragen. Dieser zeigt sich begeistert, freut sich auf die ersten Erfahrungen gegen deutlich ältere Gegenspieler – und gehört damit zu den absoluten Ausnahmetalenten. Schließlich gibt es in ganz Bayern nur drei Spieler, die in diesem Alter bereits bei den Herren eingesetzt worden sind. Trotz des jungen Alters ist die Spielberechtigung kein Hindernis, zumal Jonas die erforderlichen TTR-Punkte (Tischtennis-Rating) längst angesammelt hat. "Bei jedem Sieg gibt es Punkte, bei jeder Niederlage werden wieder welche abgezogen. Jeder Spieler, der die Marke von 1300 erreicht, darf im Herren-Bereich starten", erklärt Hans Rinderer die Regel. Jonas, der in seiner Altersklasse die Nummer sechs in ganz Deutschland und seit über 40 Spielen ungeschlagen ist, hat bereits 1429 Punkte auf seinem Konto – und damit die Anforderungen mehr als erfüllt.
Das Talent ist dem begeisterten Sportler in die Wiege gelegt worden. Mit ihrer Leidenschaft für das Tischtennis haben sich die Rinderers in ganz Bayern einen Namen gemacht. Neben Jonas sorgt vor allem dessen Bruder Daniel regelmäßig für Furore. Dieser feierte gerade seinen 18. Geburtstag und blickt mit der Drittliga-Mannschaft des FC Bayern und dem Junioren-Nationalteam auf viele Erfolge zurück. Ebenso kann sich Jonas’ Zwillingsbruder Fabian schon Niederbayerischer Meister nennen.
Auch gegen Gotteszell zeigen Vater und Sohn Rinderer großen Tischtennis-Sport. Am Ende aber kommen Reinhold Giltner und Maximilian Zeidler nochmal mit einem blauen Auge davon. Erst im fünften Satz entscheiden die Gotteszeller Herren das Duell mit 11:9 für sich. Eine Niederlage, die Jonas Rinderer wohl verschmerzen kann. Schließlich darf sich der Neunjährige am 2. März erneut bei den Herren beweisen. Dann ist der TSV Grafenau zu Gast.

verfasst am 22.02.2020