Zweimal 5:9: TV-Talfahrt in den Tabellenkeller (Bericht der PNP vom 18.12.2015)

Ruhmannsfelden beendet Vorrunde der Tischtennis-Bayernliga mit zwei Pleiten – Martin "Sokar" Franz kehrt zurück.

Der Wechsel von Licht und Schatten zog sich wie ein roter Faden durch die Hinrunde der Bayernliga Süd, die die Tischtennis-Herren des TV 1892 Ruhmannsfelden mit zwei 5:9-Niederlagen abgeschlossen haben. Dem achtbaren Resultat gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter FC Bayern München II folgte postwendend der nächste Rückschlag im Kampf um den Liga-Verbleib, die Auswärtspleite im Niederbayern-Derby bei der ebenfalls abstiegsbedrohten TTG Phönix Straubing.

Durch die teilweise eklatanten Leistungsschwankungen ist der TV nach einem hoffnungsvollen Saisonauftakt ganz unten angekommen. Tabellenletzter können die Ruhmannsfeldener allerdings nicht mehr werden, nachdem ein Verein bereits vorzeitig das Handtuch geworfen hat. Am vorletzten Hinrundenspieltag hatte der TSV Murnau seine Mannschaft überraschend zurückgezogen; die Oberbayern stehen somit als erster Absteiger fest.

Trotz einiger Enttäuschungen gab es auch einen Lichtblick in den Ruhmannsfeldener Reihen. Nachwuchshoffnung Daniel Rinderer legte sowohl im technischen als auch im taktischen Bereich weiter zu und machte deutlich, dass er auch den Topkräften in der Bayernliga bereits Paroli bieten kann. In den letzten beiden Vorrundenbegegnungen behielt das 13-jährige Talent in allen vier Spitzenduellen die Oberhand, wobei Rinderer auch der Nummer eins des FC Bayern, der mit einer 11:3-Bilanz nach Ruhmannsfelden gekommen war, das Nachsehen gab.

In der Heimpartie gegen die Münchner, die mit einer makellosen Bilanz das Feld der Bayernliga anführen, zog sich der TV achtbar aus der Affäre. In den Doppeln überzeugten die Youngsters Rinderer/Stöger und brachten Ruhmannsfelden sogar in Führung. Nachdem Zisler/Stern und Havlicek/Kopp den Kürzeren gezogen hatten, sorgte Rinderer für den Ausgleich. Dann mussten sich aber Raffael Zisler, Marcel Havlicek und Lucas Stöger ihren Kontrahenten beugen – der Aufsteiger geriet mit 2:5 ins Hintertreffen.

Mit einer beherzten Darbietung verkürzte Franz Stern, aber Ersatzmann Florian Kopp war chancenlos und mit einem 3:6 ging es in den zweiten Einzeldurchgang. Für das Glanzlicht in dieser Partie sorgte Daniel Rinderer. Mit aggressivem Spiel drängte er Bayern-Spitzenmann Köppl immer wieder in die Defensive und begeisterte die Zuschauer mit einem großartigen Vier-Satz-Sieg. Im nächsten Match konnte Raffael Zisler nur phasenweise mithalten, dann sorgte Marcel Havlicek für den fünften Zähler der Hausherren. Der Tscheche, der bislang die Erwartungen erfüllen konnte, behauptete sich in fünf Sätzen. Das war’s, denn Lucas Stöger und Franz Stern, der bei seiner Fünf-Satz-Niederlage auch etwas Pech hatte, mussten sich geschlagen geben.

Beim Hinrundenfinale bei der vorher nur einen Punkt besser gestellten TTG Phönix Straubing erhielten die TV-Hoffnungen auf Zählbares schon in der Anfangsphase einen gehörigen Dämpfer. Ruhmannsfelden setzte alle drei Doppel in den Sand und nach der Niederlage von Raffael Zisler war der Rückstand auf 0:4 angewachsen. Daniel Rinderer brachte den ersten Zähler auf die Habenseite, nach dem 1:5 von Lucas Stöger besorgte Marcel Havlicek den zweiten Punkt. Doch im hinteren Paarkreuz gingen Franz Stern und Stefan Niedermeier leer aus – 2:7 lautete der ernüchternde Rückstand.

Die Niederlage war nur mehr durch einen Kraftakt zu verhindern und kurzzeitig keimte nochmals Hoffnung bei Ruhmannsfelden auf. Mit einem Dreierpack brachten Daniel Rinderer, Raffael Zisler und Marcel Havlicek ihre Farben auf 5:7 heran, aber zu mehr reichte es nicht mehr. Lucas Stöger und Franz Stern zogen nochmals den Kürzeren, so dass die wichtige Partie beim Niederbayern-Rivalen mit 5:9 verloren ging.

STATISTIKEN: TV Ruhmannsfelden – FC Bayern München II 5:9: Rinderer/Stöger – Sittig/Barthelmes 13:11, 11:6, 9:11, 11:6; Zisler/Stern – Köppl/Scholer 1:11, 11:8, 8:11, 6:11; Havlicek/Kopp – Renner/Lehner 9:11, 10:12, 11:9, 8:11; Rinderer – Scholer 11:9, 13:15, 11:6, 12:10; Zisler – Köppl 9:11, 6:11, 5:11; Havlicek – Renner 8:11, 11:6, 2:11, 9:11; Stöger – Sittig 7:11, 3:11, 11:9, 11:8, 5:11; Stern – Barthelmes 11:5, 11:6, 11:7; Kopp – Lehner 8:11, 6:11, 5:11; Rinderer – Köppl 6:11, 11:7, 11:9, 9:11, 11:3; Zisler – Scholer 11:6, 3:11, 4:11, 7:11; Havlicek – Sittig 11:4, 6:11, 11:8, 7:11, 11:5; Stöger – Renner 5:11, 11:9, 6:11, 11:13; Stern – Lehner 7:11, 5:11, 11:6, 12:10, 7:11.

TTG Phönix Straubing – TV Ruhmannsfelden 9:5: Zajicek/Wiesmüller – Zisler/Stern 11:5, 11:8, 14:12; Neudecker/Matz – Rinderer/Stöger 8:11, 9:11, 11:7, 11:4, 11:2; Eckert/Kühne – Havlicek/Niedermeier 11:5, 13:11, 11:3; Zajicek – Zisler 11:7, 11:5, 11:2, Neudecker – Rinderer 8:11, 8:11, 11:9, 5:11; Eckert – Stöger 11:3, 10:12, 11:6, 11:6; Matz – Havlicek 8:11, 11:7, 9:11, 6:11; Wiesmüller – Niedermeier 11:6, 6:11, 11:4, 11:1; Kühne – Stern 11:13, 11:6, 11:8, 11:3; Zajicek – Rinderer 9:11, 9:11, 12:10, 9:11; Neudecker – Zisler 11:8, 8:11, 11:7, 8:11, 5:11; Eckert – Havlicek 9:11, 7:11, 11:9, 6:11; Matz – Stöger 11:7, 11:6, 11:7; Wiesmüller – Stern 11:8, 11:9, 10:12, 11:0.

Trotz der jüngsten Niederlagenserie ist für den TV noch alles drin im Kampf um den angestrebten Klassenerhalt; das rettende Ufer ist nur zwei Punkte entfernt. Zudem kann Ruhmannsfelden für die Rückrunde einen Neuzugang präsentieren mit Martin Franz, dem "Paradiesvogel" der bayerischen Tischtennis-Szene. Der unter dem Kultnamen "Sokar" bekannte Materialspezialist trug schon vor einigen Jahren das TV-Trikot und spielte in der Hinrunde für den fränkischen Landesligisten TTC Tiefenlauter.− kr


verfasst am 18.12.2015