Tischtennis-Titelkämpfe der U19 in Portugal – Wichtiger Sieg des TV-Talents im Teamwettbewerb.
Ruhmannsfelden. „Jonas Rinderer hat eine sehr gute Europameisterschaft gespielt und sein Leistungsniveau zu 100 Prozent ausgeschöpft“. Dirk Wagner, Chefcoach der U 19-Nationalmannschaft im Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB), verteilte ein dickes Lob an das 16-jährige Ausnahme-Talent des Turnvereins 1892 Ruhmannsfelden. In der Mannschaftskonkurrenz der in Gondomar (Portugal) ausgetragenen Titelkämpfe hatte Rinderer großen Anteil an der Rückkehr des U19-Teams in die Top16 in Europa. Auch im Einzelbewerb sowie im Doppel und Mixed wusste der Waldler zu überzeugen.
Bei der EM im Vorjahr war Jonas Rinderer noch in der Altersklasse U15 an die Tische gegangen. Mit großem Erfolg, denn er errang sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel die Bronzemedaille. In der U19, in der das TV-Ass mit bis zu drei Jahre älteren Kontrahenten die Klingen kreuzte, war die Wiederholung der Stockerlplätze utopisch. Schon die Berufung in das U19-Aufgebot für Portugal bedeutete für Jonas Rinderer eine erfreuliche Überraschung.
Nachdem bei der Europameisterschaft 2025 für das U19-Team nur der 25. Platz herausgesprungen war, mussten Jonas und seine Kameraden Noah Hersel, Mio Lukas Wagner, Samuel Kuhl und Daniel Nagy ein Marathon-Turnier absolvieren. In der Vorrundengruppe gab sich Deutschland keine Blöße und bezwang die drei Gegner Zypern, Türkei und Luxemburg jeweils mit 3:0 Punkten. Jonas kam zweimal zum Einsatz und distanzierte den Türken Yigit Kaya mit 3:0 und den Luxemburger Pit Scholtes mit 3:2.
Im Playoff-Achtelfinale hatte das DTTB-Trio gegen Gastgeber Portugal mit 2:3 das Nachsehen, wobei der junge Ruhmannsfeldener gegen Lourenco Sardinha mit 2:3-Sätzen knapp den Kürzeren zog. Durch diese Niederlage folgten zwei weitere Gruppenbegegnungen gegen Montenegro und die Niederlande, in denen Deutschland jeweils mit 3:2 die Oberhand behielt und in denen Rinderer pausierte. Beim nächsten K.o.-Match war er wieder mit von der Partie und behauptete sich beim 3:0 gegen Israel in seinem Einzel gegen Lior Koren Seref mit 3:2.
Im letzten Duell wartete Kroatien auf die deutsche U19, die einen Sieg benötigte, um künftig wieder im Elitefeld dieser Altersklasse antreten zu dürfen. Der Start missglückte, das DTTB-Trio geriet mit 0:2 ins Hintertreffen. Aber Jonas Rinderer leitete die Wende ein. Mit einer bärenstarken Leistung zwang er Gabriel Marjanovic mit 3:0 in die Knie und verkürzte auf 1:2. Auch Wagner und Hersel liefen zu Bestform auf, gewannen ihre Partien und Deutschlands U19 durfte einen 3:2-Erfolg bejubeln.
Die nächsten Herausforderungen warteten auf den TV-Youngster im Einzelwettbewerb. In seiner Vierergruppe startete Rinderer mit einem 3:0-Sieg gegen Filip Dagslett aus Norwegen. In der zweiten Partie musste er sich dem Kroaten Gabriel Marjanovic, den er im Mannschaftsvergleich bezwungen hatte, mit 1:3 beugen. Aber im letzten Gruppenspiel hielt Jonas den Griechen Dimitrios Sotiropoulus mit 3:1 in Schach. Mit dem besseren Satzverhältnis zog Rinderer in die erste K.o.-Runde ein und landete einen souveränen 4:1-Erfolg gegen Nazar Matsko (Russland). Dann kam jedoch das Aus mit dem 1:4 gegen den favorisierten Damian Floro aus Slowenien. „Da wäre mehr drin gewesen“, trauerte der Waldler nach einem „hergeschenkten ersten Satz“ einigen vergebenen Chancen nach.
Die Doppel-EM bestritt Rinderer mit Samuel Kuhl (TSV Neuried). Der Auftakt bescherte beiden ein Hammerlos, gegen die Polen Jan Mrugala/Matheusz Sakowicz galt das deutsche Duo als Außenseiter. Rinderer/Kuhl verschafften sich jedoch einen 2:0-Vorsprung. Aber dann riss der Faden, die Polen nahmen das Heft in die Hand und nach der 2:3-Niederlage war für Jonas und Samuel das Doppelturnier beendet.
Etwas besser lief es im Mixed, Jonas´ Partnerin war Rhea Zhu Chen (Bietigheim-Bissingen). Im ersten Spiel gab es einen hart erkämpften 3:2-Sieg gegen Vanda Vanisova/Pavol Kokavec aus der Slowakei. In Runde zwei waren die portugiesischen Lokalmatadore Ines Matos/Tiago Abiodun zu stark und nach einer 1:3-Niederlage mussten sich Chen/Rinderer verabschieden.
Nach der anstrengenden Europameisterschaft gönnt sich Jonas jetzt eine kurze Pause, ehe er zwei Weltcup-Turniere hintereinander bestreitet. Schauplätze sind Otocec in Slowenien und Varazdin in Kroatien. Nach der Rückkehr folgt sofort ein BTTV-Lehrgang in Oberhaching. Mit zwei privaten Trainingslagern in Tschechien und Saarbrücken beginnt für den jungen Ruhmannsfeldener die „heiße Phase“ der Vorbereitung auf die neue Saison. Und Anfang September erfolgt der Umzug nach München. Jonas Rinderer trainiert fortan im dortigen Bundesleistungszentrum und setzt seine schulische Laufbahn an der Fachoberschule Unterschleißheim fort.
Zwillingsbruder Fabian lässt es in Sachen Tischtennis wesentlich ruhiger angehen. Er steigt ins Berufsleben ein mit einer Ausbildung beim Finanzamt Bayern. Im Mannschaftsspielbetrieb der Herren bestreiten die 16-jährigen Brüder auch die Saison 2026/2027 mit der zweiten Mannschaft des TV Hilpoltstein, mit der die Rinderers den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hatten. -kr
verfasst am 29.07.2026